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Bestrahlungstherapie bei feliner idiopathischer Cystitis (FIC)

Wenn bei Ihrem Tier aufgrund der vorliegenden Symptomatik der Verdacht auf eine feline idiopathische Cystitis (FIC) besteht, kann als Behandlungsoption eine Bestrahlungstherapie in Frage kommen. Im Folgenden erhalten Sie Informationen zur Bestrahlungstherapie als mögliche Behandlungsoption sowie zu den dafür notwendigen Voruntersuchungen und Voraussetzungen.

Allgemeines

Die feline idiopathische Cystitis (FIC) ist eine chronische Erkrankung des unteren Harntraktes bei Katzen. Betroffene Tiere zeigen häufigen Harndrang, setzen wiederholt kleine Mengen Urin ab und der Urinabsatz ist häufig schmerzhaft. Weitere mögliche Symptome sind Blut im Urin, starkes Pressen beim Urinieren oder Unsauberkeit. Bei Katern kann durch eine Blockade der Harnröhre eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel nach einem multimodalen Ansatz. Dabei werden verschiedene Maßnahmen kombiniert, um die Beschwerden zu lindern und Rückfälle zu vermeiden. Eine besonders wichtige Rolle spielt das langfristige Management im häuslichen Umfeld, insbesondere Maßnahmen zur Stressreduktion. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in unserem separaten Infoblatt zur felinen idiopathischen Cystitis (FIC). Sie erhalten dieses am Empfang oder finden es auf unserer Website im Bereich „Cat Friendly Clinic“.
Ein ergänzender Behandlungsansatz ist die Bestrahlung des unteren Harntraktes. Diese empfehlen wir vor allem, wenn trotz eines konsequenten multimodalen Managements weiterhin wiederkehrende Beschwerden auftreten. Die Bestrahlung hat einen ausgeprägten entzündungshemmenden und neuromodulatorischen Effekt. In einer ersten klinischen Studie konnte bei über 90 % der behandelten Kater eine deutliche Verbesserung der Symptome beobachtet werden und bei mehr als der Hälfte der Patienten kam es sogar zu einer vollständigen Symptomfreiheit. Bei weiblichen Katzen zeigte leider nur etwa ein Drittel der Tiere eine Verbesserung der Beschwerden.
Ebenso sollte anhand der Voruntersuchungen ausgeschlossen sein, dass andere Ursachen für die Harnwegsprobleme vorliegen. Dazu gehören unter anderem Harnsteine, bakterielle Blasenentzündungen, neurologische Erkrankungen, Tumoren, angeborene oder erworbene anatomische Veränderungen sowie Traumata.

Voruntersuchung

Da es sich bei der FIC um eine Ausschlussdiagnose handelt, müssen zunächst andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden. Dafür sind einige Voruntersuchungen notwendig:

Zu Beginn erfolgt eine gründliche klinische Untersuchung Ihres Tieres, bei der auch die Geschlechtsorgane beurteilt werden. Zusätzlich wird eine vollständige Blutuntersuchung durchgeführt, bestehend aus Hämatologie und Organprofil.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Urinuntersuchung. Der Urin sollte mittels Zystozentese gewonnen werden, also durch eine Punktion der Harnblase. Die Urinuntersuchung sollte eine Beurteilung des spezifischen Gewichts, die Untersuchung mittels Teststreifen sowie eine mikroskopische Sedimentbeurteilung enthalten. Falls Hinweise auf Bakterien vorliegen, wird zusätzlich eine bakteriologische Untersuchung eingeleitet.

Zur weiteren Abklärung gehören außerdem eine Ultraschalluntersuchung des gesamten Harntraktes sowie eine seitliche Röntgenaufnahme des Bauchraums. Dabei ist es wichtig, dass auf der Röntgenaufnahme die gesamte Harnröhre dargestellt wird. Ergänzend wird eine retrograde Urethrographie durchgeführt. Hierbei wird unter Sedation Kontrastmittel über die Harnröhre eingebracht und anschließend eine Röntgenaufnahme angefertigt. Diese Untersuchung ermöglicht es, Strikturen und Harnsteine in der Harnröhre zu erkennen, die auf nativen Röntgenbildern nicht sichtbar wären.

Da ein sehr wichtiger Bestandteil der Behandlung das langfristige Management zu Hause ist, bitten wir Sie außerdem, vorab einen Fragebogen auszufüllen und uns zuzusenden. Dadurch können wir die individuelle Situation Ihres Tieres besser einschätzen.

Bestrahlungstherapie

Die Bestrahlung der Harnblase und der Harnröhre erfolgt einmalig mit einer Dosis von 6 Gy. Ein vorheriges Planungs-CT ist bei dieser Form der Bestrahlung nicht notwendig. Da die Bestrahlungsdosis vergleichsweise gering ist, sind neben möglichen Fellveränderungen im bestrahlten Gebiet keine Strahlennebenwirkungen zu erwarten. Für den Termin sollte Ihr Tier 6h nüchtern vorgestellt werden (Wasser ist bis 2h vor der Narkose erlaubt). Die Behandlung erfolgt in kurzer Narkose. Nachdem Ihr Tier aus der Narkose aufgewacht ist und wieder stabil ist, kann es in der Regel noch am selben Tag wieder mit nach Hause genommen werden.

Nach der Bestrahlung sind in regelmäßigen Abständen Kontrollgespräche (telefonisch) bzw. Kontrolltermine (vor Ort) notwendig. Nach 1 Monat erfolgt ein Telefonat über den aktuellen Zustand Ihrer Katze und Sie füllen einen weiteren Fragebogen aus. Nach 3 Monaten bitten wir um eine Vorstellung bei uns, um den Erfolg der Bestrahlung zu verifizieren. Nach 6 Monaten und 1 Jahr erfolgen erneut eine telefonische Rückmeldung sowie das Ausfüllen unseres Fragebogens.

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