Für TFA
Information für Tiermedizinische Fachangestellte
Urologie
Die Urologie befasst sich mit Erkrankungen der harnableitenden Wege wie Harnleiter, Harnblase und Harnröhre sowie – beim männlichen Tier – der Prostata. Diese Erkrankungen können akut oder chronisch verlaufen. Typische Anzeichen sind vermehrter oder erschwerter Harnabsatz, häufiges Urinieren in kleinen Mengen, Schmerzhaftigkeit, Blut im Urin oder vermehrtes Lecken im Genitalbereich. Auch Inkontinenz ist ein häufiges Problem, das sowohl angeboren als auch erworben sein kann.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen sowie häufig auch Röntgenaufnahmen. Je nach Fragestellung können zusätzliche Untersuchungen wie Kontrastmittelstudien oder weiterführende bildgebende Verfahren, beispielsweise eine Computertomographie oder Endoskopie der Harnblase (Zystoskopie), erforderlich sein. Dies ist vor allem bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, zur Abklärung von Blutungen, Massen und Inkontinenz sinnvoll. Einige Erkrankungen können bereits während der diagnostischen Zystoskopie endoskopisch behandelt werden.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Für eine möglichst zielgerichtete Diagnostik ist Ihre Mithilfe entscheidend: Bitte bringen Sie vorhandene Vorbefunde mit (z. B. Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschallbefunde, Röntgenaufnahmen). Informieren Sie uns über aktuelle und bisherige Medikamente (inklusive Dosierung und Dauer der Anwendung). Eine Videoaufnahme bei auffälligem Harnabsatz kann hilfreich sein. Idealerweise bringen Sie eine frische Morgenurinprobe mit. Bei Inkontinenzpatienten bitten wir Sie, vorab einen entsprechenden Fragebogen auszufüllen. Für Ultraschalluntersuchungen sollte Ihr Tier in der Regel nüchtern sein. Ausnahmen bestehen unter anderem bei Welpen oder diabetischen Patienten – sprechen Sie uns hierzu bitte vorab an. Um den Harntrakt bildgebend gut beurteilen zu können, sollte die Blase gefüllt sein. Bitte lassen Sie ihr Tier daher möglichst nicht direkt vor der Untersuchung Urin absetzen!
Therapieoptionen
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und reicht von medikamentösen Therapien und diätetischen Maßnahmen bis hin zu minimalinvasiven oder chirurgischen Eingriffen. Bei Harnsteinen besteht in vielen Fällen die Möglichkeit einer Laserlithotripsie. Dabei werden Steine in der Harnblase oder Harnröhre mithilfe eines Lasers schonend zertrümmert und die entstandenen Fragmente anschließend entfernt oder ausgespült. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Laserbehandlung bei Polypen, Vaginalspangen und unterstützend bei Tumoren. Auch eine Korrektur ektoper Ureteren kann minimalinvasiv durchgeführt werden. Bei Patienten mit Harnsteinen im Bereich des Harnleiters besteht die Möglichkeit, einen sogenannten subureteralen Bypass (SUB) zu legen. Dabei wird ein Bypass vom Nierenbecken bis in die Harnblase geführt, sodass die Engstelle bzw. Striktur umgangen wird und die Niere wieder ungehindert Urin produzieren kann. Eine zusätzliche Behandlungsoption bei Katern mit feliner idiopathischer Zystitis stellt die Bestrahlungstherapie dar.

