Für TFA
Information für Tiermedizinische Fachangestellte
Gastroenterologie
Die Gastroenterologie befasst sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie der dazugehörigen Organe Leber und Bauchspeicheldrüse. Erkrankungen in diesem Bereich stellen einen häufigen Vorstellungsgrund dar und können bei Tieren jeden Alters auftreten und sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Typische Anzeichen sind Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, vermehrtes Grasfressen, Schluckbeschwerden oder auffälliges Würgen.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst häufig Blutuntersuchungen, Kotuntersuchung, Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes und ggf. Röntgenaufnahmen. Auch die Computertomographie kann wertvolle Informationen liefern, so zum Beispiel bei der Abklärung eines portosystemischen Shunts. In einigen Fällen sind auch endoskopische Untersuchungen (Magen- oder Darmspiegelung) inkl. Biopsien erforderlich. Gegebenenfalls kann eine Feinnadelaspiration von veränderten Organen oder im nächsten Schritt eine Laparoskopie oder Laparotomie mit Biopsien notwendig sein, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Für eine möglichst zielgerichtete Diagnostik ist Ihre Mithilfe entscheidend: Bitte bringen Sie vorhandene Vorbefunde mit (z. B. Blutuntersuchungen, Ultraschallberichte). Informieren Sie uns über aktuelle oder frühere Diäten sowie verabreichte Zusatzpräparate. Geben Sie die aktuelle Medikation Ihres Tieres vollständig an (inklusive Dosierung und Dauer). Bei unklarem Würgen oder ungewöhnlichem Verhalten kann eine Videoaufnahme sehr hilfreich sein. Für Ultraschalluntersuchungen sollte Ihr Tier in der Regel nüchtern sein. Ausnahmen bestehen unter anderem bei Welpen oder diabetischen Patienten – sprechen Sie uns hierzu bitte vorab an. Bringen Sie, wenn möglich, eine Kotsammelprobe von drei aufeinanderfolgenden Absätzen mit. Wir werden während des Termins besprechen, ob Untersuchungen hieraus sinnvoll sind.
Therapieoptionen
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Diagnose und reicht von diätetischen Maßnahmen bis hin zu medikamentöser Therapie. Je nach Schweregrad kann eine ambulante Behandlung ausreichend sein oder ein stationärer Aufenthalt notwendig werden. Eine adäquate Ernährung ist für den Heilungsverlauf entscheidend. Bei appetitlosen Patienten oder Patienten, die die Nahrung nicht richtig aufnehmen können, kann eine Sondenernährung, z.B. über eine Nasenschlundsonde, Ösophagussonde oder PEG-Tubes notwendig sein. Bei Patienten mit Strikturen (Engstellen) der Speiseröhre, die zu erschwerter Nahrungsaufnahme, Regurgitation oder weiteren Beschwerden führen können, besteht die Möglichkeit einer schrittweisen Erweiterung mittels Ballondilatation. Dieser Eingriff erfolgt endoskopisch in mehreren Sitzungen. Zusätzlich bieten wir innovative Behandlungsansätze wie die Kottransplantation (fäkale Mikrobiota‑Transplantation) an. Dies kann insbesondere bei akuten und chronischen oder therapieresistenten Magen-Darm-Beschwerden hilfreich sein, da es die natürliche Darmflora unterstützt und die Verdauung stabilisieren kann.
Weiterführende Informationen
Wir haben eine Reihe von Merkblättern erstellt, über die Sie weiterführende Informationen zu gastroenterologischen Problemen erhalten können:
Giardienbefall bei Hund & Katze
Fäkale Mikrobiotika Transplantation (Kottransplantation)
Management einer Magenernährungssonde zu Hause
