Für TFA
Information für Tiermedizinische Fachangestellte
Endokrinologie
Die Endokrinologie befasst sich mit Erkrankungen des Hormonsystems, das eine zentrale Rolle für Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und viele andere Körperfunktionen spielt. Typische betroffene Organsysteme sind die Schilddrüse, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse oder anderer hormonproduzierender Drüsen wie Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Nebenschilddrüsen und Geschlechtsorgane. Bei älteren Katzen stellt die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) die häufigste Endokrinopathie dar, während ältere Hunde häufiger an einem Cushing’s Syndrom (Nebennierenüberfunktion) leiden. Der Morbus Addison (Nebennierenunterfunktion) kann dagegen in jedem Alter auftreten und auch eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist bei Hunden nicht selten. Diabetes mellitus kann sowohl bei Hunden als auch bei Katzen auftreten. Erkrankungen des Hormonsystems können sich durch sehr unterschiedliche Symptome äußern. Häufige Anzeichen sind vermehrtes Trinken und Urinieren, gesteigerter Appetit oder Appetitlosigkeit, Gewichtsveränderungen, Müdigkeit, Fellveränderungen, Haarausfall, Erbrechen oder Durchfall. Auch unspezifische Symptome wie Leistungsabfall oder Unruhe können Hinweise auf hormonelle Störungen sein.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst in der Regel Blutdruckmessungen, Blut- und Urinuntersuchungen sowie Ultraschalluntersuchungen. Zur Abklärung vieler Endokrinopathien sind Stimulations- bzw. Suppressionstests notwendig. Viele dieser Tests können wir bereits bei Erstvorstellung durchführen. Insbesondere beim LDDS-Test (zur Diagnose eines Cushing’s) empfiehlt sich aber aufgrund der Beeinflussung anderer Untersuchungen sowie der Dauer (8h) ein separater Termin. Zur genauen Überwachung des Blutzuckerspiegels bieten wir die Implantation eines Sensors an, der die Glukose über bis zu 14 Tage misst und bequem mittels Smartphone ausgelesen werden kann. In bestimmten Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren, wie MRT und CT sinnvoll sein.
Vorbereitung auf die Untersuchung
Für eine möglichst zielgerichtete Diagnostik ist Ihre Mithilfe entscheidend: Bitte bringen Sie vorhandene Vorbefunde mit (z. B. Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschallbefunde). Informieren Sie uns über aktuelle und bisherige Medikamente (inklusive Dosierung und Dauer der Anwendung). Bei Bedarf kann eine frische Morgenurinprobe hilfreich sein. Für Ultraschalluntersuchungen sollte Ihr Tier in der Regel nüchtern sein. Ausnahmen bestehen unter anderem bei Welpen oder diabetischen Patienten – sprechen Sie uns hierzu bitte vorab an.
Therapieoptionen
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und umfasst häufig medikamentöse Therapien, aber auch diätetische Anpassungen, oder – in speziellen Fällen – operative Eingriffe. Bei den allermeisten hormonellen Erkrankungen handelt es sich um chronische Erkrankungen, die in der Regel eine lebenslange Therapie erfordern. Eine erfolgreiche Behandlung setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierärztin oder Tierarzt und Tierbesitzer voraus, wobei regelmäßige und langfristige Kontrollen entscheidend für die Stabilität und Lebensqualität Ihres Tieres sind.
