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Information für Tiermedizinische Fachangestellte
Minimalinvasive Eingriffe am Harntrakt, lasergestützte Interventionen - was ist eigentlich möglich?
Holmium:YAG Laser
Mithilfe unserer Holmium:YAG Lasers können wir viele Erkrankungen der Harnwege von Hunden minimalinvasiv behandeln. Hierfür wird ein Endoskop über die Harnröhre eingeführt und kann bis in die Harnblase vorgeschoben werden. Über den Arbeitskanal des Endoskops kann eine spezielle Laserfaser gezielt an die betroffene Stelle gebracht werden.
Einsatzmöglichkeiten des Lasers
Ein häufiges Einsatzgebiet ist die Behandlung von Harnsteinen, die sogenannte Laserlithotripsie. Mithilfe des Lasers werden die Steine schonend zertrümmert. Die entstandenen kleinen Fragmente können entweder direkt entfernt werden oder werden mit dem normalen Urinabsatz ausgeschieden. Auch festsitzende Steine im Bereich der Harnröhre können so gut behandelt werden, so dass diese Methode eine wertvolle Alternative zu den bisherigen chirurgischen Methoden (Urethrotomie oder permanente Urethrostomie = Fistel) darstellt. Mit Hilfe des Lasers können nicht nur Steine zertrümmert, sondern auch Gewebe durchtrennt werden. Daher eignet sich die Lasertherapie auch zur minimalinvasiven Behandlung ektoper Ureteren, Polypen, Vaginalspangen und unterstützend bei Tumoren. Bei ektopen Ureteren handelt es sich um abnormal mündende Harnleiter. Dabei wird der Urin nicht wie normalerweise von den Nieren in die Harnblase transportiert und dort bis zum Urinabsatz gespeichert, sondern gelangt direkt in die weiter hinten liegenden harnableitenden Wege, meist in die Harnröhre. Dies führt zu Inkontinenz. Durch den Laser lässt sich die Mündung in vielen Fällen korrigieren, so dass der Urin wieder normal in der Blase geleitet wird. Darüber hinaus kann die Methode zur Behandlung von Veränderungen der Blasenschleimhaut eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei einer polypoiden Cystitis oder auch zur Zytoreduktion bei neoplastischen Veränderungen, die Probleme beim Urinabsatz verursachen können. Hierbei kann überschüssiges Gewebe entfernt werden.
Vorteile der Lasertherapie
Ein großer Vorteil der Lasertherapie ist, dass keine Eröffnung der Bauchdecke und Harnblase notwendig ist. Dadurch ist die Belastung für die Patienten deutlich geringer und die Erholungszeit wesentlich kürzer. Gleichzeitig ermöglicht die Endoskopie auch eine genaue Untersuchung der Harnröhre und Blase – Bereiche, die sonst teilweise nicht einsehbar sind. Häufig können auch Begleiterkrankungen direkt mitbehandelt werden, sodass nicht mehrere Eingriffe nötig sind, wie beispielsweise Vaginalspangen, welche häufig mit ektopen Ureteren einhergehen.
Insgesamt gilt die Lasertherapie als sichere, effektive und sehr schonende Alternative zur chirurgischen Versorgung. Ob dies auch bei Ihrem Tier sinnvoll ist, ist v.a. von Größe, Geschlecht und individuellem Befund abhängig. Gerne beraten wir Sie!

