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Twister hatte ein Loch im Auge

Twister ist ein 5 Jahre alter Main Coon Kater. Vor 3 Jahren wurde er im Notdienst mit einem „Loch“ in der Hornhaut vorgestellt. Tage zuvor kam er verletzt vom Freigang wieder. Er hatte eine Granne im Bindehautsack, die einen Hornhautdefekt (sog. „Ulkus“) verursacht hatte. Die Granne konnte entfernt werden aber leider wurde der Defekt aufgrund einer bakteriellen Infektion immer tiefer. Bei der Vorstellung im Notdienst wurde dann eine Hornhautperforation ersichtlich und es tropfte bereits Kammerwasser aus dem Auge heraus.

Daraufhin musste Twister operiert werden: Das „Loch“ wurde mit einer sogenannten korneokonjunktivalen Verschiebeplastik (Fachbegriff: korneokonjunktivale Transposition - CCT) verschlossen. Dabei wurde gesundes Hornhautgewebe aus der Nachbarschaft entnommen und über den Defekt geschoben. Die OP verlief gut und Twister ging es rasch wieder besser. Die Verschiebeplastik heilte komplikationslos ein und Twisters Auge war gerettet!

Der Vorteil einer Verschiebeplastik ist, dass das „Loch“ mit körpereigener Hornhaut verschlossen wird. Bei Katzen wird die transplantierte Hornhaut in der Regel auch wieder transparent, so dass die Tiere später ein sehr gutes Sehvermögen haben. Leider ist die Verschiebeplastik nicht für jeden Patienten geeignet: Der Defekt (das „Loch“) darf nicht zu groß sein und es darf keine oder nur eine beherrschbare Infektion vorliegen. Bei Hunden bleibt häufiger eine Trübung zurück als bei Katzen.

3 Jahre später wurde Twister wieder vorgestellt, weil den Besitzern ein weißer Fleck auf dem Auge auffiel. Glücklicherweise handelt es sich dabei nur um Narbengewebe, das nicht weiter stört.