Vor einigen Wochen wurde uns die Labradorhündin Layla mit einem stark vergrößerten Bauchumfang durch eine Ansammlung von mehreren Litern Bauchwasser (Aszites) vorgestellt. Erste Untersuchungen sowie eine kardiologische Abklärung brachten die Ursache nicht gleich ans Licht, so dass wir im nächsten Schritt eine Computertomographie (CT) von Brust- und Bauchraum durchführten. Dabei zeigte sich ein großer Tumor der rechten Nebenniere (siehe CT Rekonstruktion). Dieser hatte bereits wichtige angrenzende Blutgefäße – darunter die große Hohlvene (Vena cava) – befallen und diese sogar komplett verlegt. Dies erklärte auch die Aszitesbildung. Solch schwere Befunde sind eher selten und stellen für das Operationsteam eine große Herausforderung dar, da es jederzeit zu potentiell tödlichen Zwischenfällen kommen kann.
Trotz dieser Risiken entschlossen sich Laylas Besitzer für eine Operation und sie wurde in einem mehrstündigen Eingriff operiert: Neben der Entfernung des Tumors musste die Hohlvene eröffnet und von Tumorgewebe befreit werden. Aufgrund des hohen Blutverlusts erhielt Layla noch während der Operation mehrere Bluttransfusionen. Trotz der Komplexität verlief die OP erfolgreich und Layla kam nach dem schweren Eingriff erstaunlich schnell wieder auf die Beine.
Nach vier Tagen intensiver Betreuung in der Tierklinik konnte Layla in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. Sie benötigte noch einige Zeit Schonung, Nachsorgeuntersuchungen und Wundkontrollen – hat sich inzwischen aber wieder vollständig erholt. Hoffen wir, dass der Tumor lange kontrollierbar bleibt!
Wir sind beeindruckt, wie tapfer Layla diesen schweren Eingriff gemeistert hat, und freuen uns sehr mit ihrer Familie über diesen positiven Verlauf.
