Wir starten wieder unsere beliebte Serie "Dinge gibt´s". Donnerstags stellen wir die nächsten Wochen schwere Fälle vor, die selbst uns sprachlos machen.
Die erst 8 Wochen alte Bernerdoodle-Hündin Kira erlitt durch eine Bissverletzung schwerste Schädel- und Augenverletzungen:
Ein großes Knochenfragment von fast 5 cm Länge brach aus dem Schädelknochen heraus und wurde unter der Haut einmal gedreht – betroffen waren unter anderem Nasenbein, Stirnbein, Scheitelbein, Schläfenbein und die knöcherne Augenhöhle. Zusätzlich stand das linke Auge nach außen vor (Exophthalmus).
In einer langen, aufwendigen Operation wurde das Knochenfragment repositioniert und mittels Kranioplastik stabilisiert. Gleichzeitig erhielt Kira eine Ösophagus-Sonde, um trotz Verletzungen sicher ernährt werden zu können. Auf Station erholte sie sich erstaunlich schnell und konnte nach einer knappen Woche schon wieder nach Hause entlassen werden.
Bei der Kontroll-CT-Untersuchung einige Wochen später zeigte sich, dass die Knochenfragmente insgesamt wieder gut ausgerichtet sind und nur minimale Verschiebungen bestehen. Der Exophthalmus hatte sich deutlich gebessert und die begleitenden Weichteilveränderungen bildeten sich langsam zurück. Die neurologischen Ausfälle, die initial bestanden, hatten sich gegeben.
Parallel erfolgte auch eine augenärztliche Nachkontrolle: Initial war das Auge als Schutzmaßnahme mittels einer Nickhautschürze verschlossen worden, um die Hornhaut zu schützen. Diese konnte nun wieder entfernt werden. Das Auge auf der betroffenen Seite ist zwar leider erblindet, aber stabil, schmerzfrei und kann wohl auch langfristig erhalten werden.
Es ist ein kleines Wunder, dass Kira trotz dieser massiven Verletzungen überlebt hat. Dank schneller Diagnostik, interdisziplinärer Versorgung (Chirurgie, Bildgebung, Ophthalmologie) und konsequenter Nachsorge hat sie nun eine echte Chance auf ein gutes, schmerzfreies Leben.
