Bibi ist eine 11–jährige West Highland White Terrier–Dame, die extra mit ihrer Besitzerin aus Estland zu uns angereist ist. Sie hatte vorberichtlich ein großes Plattenepithelkarzinom, einen bösartigen Tumor, im Oberkiefer und wurde für weiterführende Diagnostik und eine eventuelle OP zu uns überwiesen.
Mittels CT konnten wir feststellen, dass der Knochen im Oberkiefer eine unregelmäßige, "blumenkohlartige" Form hatte und es eine Schwellung des umliegenden Weichgewebes gab. Diese Veränderung zog sich durch einen der rechten Kiefermuskel bis hinter das Auge. Auch der zuständige Lymphknoten im rechten Unterkieferbereich zeigte sich leicht vergrößert.
Da sich der Tumor in einen erheblichen Anteil des Mauls, aber auch des gesamten Gesichts ausgebreitet hatte, musste sehr viel Gewebe entfernt werden. Dies war durch eine Kieferresektion, eine chirurgische Entfernung von Teilen des Kiefers, möglich. Selbst so große Operationen im Kopfbereich wie bei Bibi werden von Hunden in der Regel sehr gut toleriert und sind funktionell und kosmetisch sehr zufriedenstellend.
Sieben Tage nach der Operation konnte sie wieder in die Heimat fliegen, allerdings musste sie dort erstmal für einige Zeit ruhiggehalten werden – Leinenzwang, kurze Gassirunden, kein Spielen/Springen/Toben. Trotz alledem ist sie wieder ganz die Alte. Bibis Heilung ist erfreulicherweise sehr gut verlaufen. Laut pathologischem Befund wurde der Tumor mit sauberen Rändern entfernt und die Langzeitprognose für Bibi ist daher sehr gut. Sie kann wieder problemlos fressen und sieht, trotz des massiven Eingriffs, wieder ganz normal aus.

