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Anton hatte ein Glaukom und hat ein Auge verloren

Anton ist ein 7 Jahre alter Entlebucher Sennenhund, der im März 2023 im Notdienst vorgestellt wurde. Das rechte Auge war sehr rot, trüb und wurde schmerzbedingt zugekniffen. Zudem kratzte Anton es immer wieder mit der Pfote. Schnell war klar: Anton hatte ein Glaukom („Grüner Star“)! Der Augeninnendruck war sehr hoch: 96mmHg (Normalwert: 10-25mmHg; der höchstmöglich messbare Druck ist 99mmHg).

Sofort wurde stationär eine intensive drucksenkende und schmerzlindernde Therapie begonnen. Am nächsten Tag war der Druck zwar auf 35mmHg gesunken, das Auge war aber nach wie vor schmerzhaft und dauerhaft blind. Es musste daher entschieden werden, das Auge zu entfernen.

Das Partnerauge war zu diesem Zeitpunkt unauffällig und hatte einen normalen Augeninnendruck. Eine Spezialuntersuchung des sog. Kammerwinkels („Gonioskopie“) zeigte aber, dass Anton an einem fehlgebildeten Abfluss des Auges leidet. Damit war sicher, dass auch das noch gesunde Auge zukünftig ein Glaukom entwickeln würde. Beim Entlebucher ist dies ein genetisches (vererbtes) Problem.

Typisch ist, dass der Augeninnendruck beim Primärglaukom sprunghaft ansteigt und nicht langsam, wie etwa beim Menschen. Daher kommt eine Therapie auch oft zu spät und die betroffenen Augen erblinden – wie bei Antons ersten Auge geschehen.

Nun war guter Rat teuer. Eine prophylaktische Therapie mit drucksenkenden Augentropfen ist zwar möglich, zögert den Glaukomanfall aber allenfalls heraus. Zudem ist es für die Besitzer belastend, „auf der Lauer“ zu liegen, ob und wann der geliebte Hund einen Anfall zeigt. Und dann muss die Hilfe sofort erfolgen – egal ob nachts oder am Wochenende.

Antons Familie entschied sich daher für ein chirurgisches Vorgehen: In Narkose wurde der Ziliarkörper gelasert - damit sinkt die Zufuhr von Kammerwasser ins Auge - und zudem wurde ein künstlicher Ablauf ins Auge gelegt (ein sog. Ahmedventil). Das Ventil lässt Kammerwasser aus dem Auge ab, sobald der Druck zu hoch wird. Das Kammerwasser wird aus dem Auge unter die Bindehaut geleitet und dort resorbiert.

Die OP verlief komplikationslos und Anton konnte zwei Tage danach entlassen werden. Inzwischen sind 1,5 Jahre vergangen. Anton kann mit dem operierten Auge sehen und der Augeninnendruck ist im Normalbereich. Er muss lediglich zweimal täglich entzündungshemmende Tropfen bekommen und kommt alle 6 Monate zur Kontrolle in die Tierklinik.