Ella, eine damals 2,5 Jahre alte Dogge wurde uns mit einer 6-monatigen Vorgeschichte eines roten Knubbels am linken Auge vorgestellt. Die Veränderung war über Nacht entstanden und ging seitdem nicht mehr weg.
Die Augenuntersuchung bestätigte das Vorliegen einer etwa kirschgroßen, roten Schwellung zur Nase hin, innen am Unterlid liegend.
Schnell war klar – Ella leidet an einem gekippten Blinzknorpel, einer typischen Erkrankung bei Doggen. Dabei knickt der vertikale Anteil des T-förmigen Knorpels der Nickhaut nach außen um. Dadurch wird die Innenseite der Nickhaut permanent sichtbar. Diese ist mit Bindehaut bedeckt, die typischerweise gerötet ist.
Von alleine gibt sich ein gekippter Blinzknorpel leider nicht. Chirurgisch lässt sich dieser aber gut korrigieren. In Narkose wird der gekippte (verbogene) Teil entfernt. Bei Ella wurde die Nickhaut in derselben OP gestrafft, um einen späteren Vorfall der Nickhautdrüse zu verhindern.
Die Operation verlief ohne Komplikationen. Ella musste für etwa 10 Tage eine Halskrause tragen und Augentropfen nehmen. Ein Fädenziehen war nicht erforderlich, da sich diese von alleine auflösten. Nur eine Rötung der Bindehaut war in den ersten Wochen noch sichtbar.

