Onkologie in der Tierklinik Hofheim

Untersuchung eines Bestrahlungspatienten vor der täglichen Kurznarkose.
Blutabnahme bei einem Yorkshire-Terrier vor einer onkologischen Operation.

Die Onkologie hat in den letzten einen Jahren enormen Interessensaufschwung erlebt. Unsere Klinik legt von Anfang an einen Schwerpunkt auf onkologische Behandlungen. Unser Onkologieteam um  Dr. Martin Kessler (Herausgeber des in neuer Auflage erschienenen Fachbuches "Kleintieronkologie") führt neben tumorchirurgischen Operationen auch antineoplastische Chemotherapie, sowie Kryochirurgie durch. Daneben verfügt die Tierklinik Hofheim als einzige Institution in Deutschland über eine eigene Anlage zur Megavoltage-Strahlentherapie von Tumoren bei Tieren.

Onkologie: Am Anfang steht die Diagnostik

Grundsätzlich verfolgt die Onkologie in der Tiermedizin ein doppeltes Ziel und unterscheidet sich hierin in mancherlei Hinsicht von der Humanmedizin. Beim Tier hat die Erhaltung oder Wiederherstellung einer guten Lebensqualität einen mindestens so hohen Stellenwert wie das Erreichen einer langen Überlebenszeit. Bei von vorneherein unheilbaren Tumorerkrankungen geht es in der Tiermedizin nicht um eine Lebesverlängerung um jeden Preis, sondern um eine Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität. Viele Tumorerkrankungen können allerdings als potentiell heilbar angesehen werden.
 
Unser Ziel ist es, durch sachliche Aufklärung über die Erkrankung des Patienten, deren Therapiemöglichkeiten und Prognose, den Tierbesitzer in die Lage zu versetzen, für sein Tier und sich die beste Entscheidung zu treffen. Bevor eine fundierte Beratung des Besitzers stattfinden kann, oder gar eine Therapie eingeleitet wird, muss sich der Onkologe vier Fragen bezüglich des Patienten und seines Tumors beantworten können:

1. Was für ein Tumor liegt vor?
Wenn man nicht weiß, was man behandeln soll, ist eine fundierte Beratung des Besitzers nicht möglich. Eine Gewebediagnose ist also die Grundvoraussetzung in der Onkologie. Bei der Diagnosestellung verwenden wir grundsätzlich die am wenigsten invasivse Methode. Wir setzen sehr erfolgreich die Aspirationszytologie ein, deren Auswertung bei uns in der Klinik durchgeführt wird. Lässt sich aspirationszytologisch keine Diagnose stellen, ist eine Hohlnadelbiopsie das Mittel der Wahl. Sie läßt sich oft unter Lokalanästhesie durchführen. Eine Tumorexzision (Entfernung des Tumors) ohne vorherige Diagnose erfolgt nur dann, wenn das Wissen um die Dignität keinen Einfluß auf das Ausmaß der Operation hat bzw. die histologische Diagnose des Tumors von vorneherein mit Sicherheit feststeht.

2. Wo im Körper ist überall Tumor nachzuweisen bzw. wo ist mit Tumor zu rechnen?
Das sogenannte „biologische Verhalten eines Tumors“ gibt an, wie sich der Tumor im Körper ausbreitet. Manche Tumoren neigen stark zur lokalen Infiltration, andere bereits früh zur Metastasierung (Bildung von Tochtergeschwulsten), wieder andere zeichnen sich durch beide Eigenschaften aus. Entsprechend der zytologischen oder histologischen Tumordiagnose wird gezielt eine Stadieneinteilung („staging“) durchgeführt. Dabei wird neben Größe und Invasivität des Primärtumors untersucht, ob und wohin sich der Tumor ausgebreitet hat. Hierbei werden moderne diagnostische Geräte wie z.B. Ultraschall oder Computertomographie eingesetzt.

3. Welche Therapieoptionen gibt es für diesen Patienten? Ist eine Therapie überhaupt sinnvoll?
Die Art und das Ausmaß der Therapie sind vom Tumor und seinem Stadium abhängig. Von der Zielsetzung her unterscheidet man grundsätzlich drei Formen der Therapie: kurativ, zytoreduktiv und palliativ. Eine kurative Therapie verfolgt das Ziel einer Heilung des Patienten. Korrekt diagnostiziert und therapiert, können weitaus mehr Patienten von ihrer Tumorerkrankung geheilt werden, als dies landläufig vermutet wird. Je nach Tumor kommen eine chirurgische Entfernung, Chemotherapie, Bestrahlung oder Kryotherapie zum Einsatz. Kurative Operationen bei malignen Tumoren sind mitunter technisch sehr anspruchsvoll und bedürfen sorgfältiger Planung v.a. hinsichtlich der Defektdeckung. Bei zytoreduktiven Maßnahmen ist das Ziel der Therapie eine Remission des Tumors und somit eine Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität. Je nach Art des Tumors kommen unterschiedliche Behandlungsmodalitäten alleine oder in Kombination zum Einsatz. Palliative Maßnahmen zielen primär auf eine Verbesserung der Lebensqualität ab, während der Tumor im Wesentlichen unbehandelt bleibt.

4. Wie ist die Prognose des Patienten bei welcher Therapie?
Die Prognose, d.h. die Überlebenszeit des Patienten, ist für den Besitzer oft der relevanteste Aspekt nach Stellung der Diagnose „Krebs“. Sie ist gleichzeitig die für den Therapeuten am schwierigsten zu beantwortende Frage. Die Prognosestellung beim individuellen Patienten hängt im wesentlichen von vier Faktoren ab:

  • der Art des Tumors,
  • der Lokalisation des Tumors,
  • dem Tumor-Stadium,
  • dem finanziellen und zeitlichen Engagement des Besitzers und seiner Einstellung zur Krankheit.
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