Ein Tag in der Tierklinik

In der Tierklinik Hofheim ist rund um die Uhr Betrieb. Die Reportage beschreibt einen typischen Arbeitstag unseres Teams.

8 Uhr - Station

Morgenvistite auf Station.

Der Tag für das über 30-köpfige Tierärzteteam der Tierklinik Hofheim beginnt mit der morgendlichen Stationsvisite. Der Stationsarzt, der die 20 bis 30 stationären Patienten ganztägig betreut, stellt die Krankengeschichte jedes einzelnen Tieres vor. In der Runde werden Therapiepläne diskutiert. Es folgt die Beurteilung aller Röntgenbilder sowie interessanter CT- und Sonografie-Befunde des Vortags. Während der Nachtdienst noch seine Patienten dem Kollegenteam übergibt, beginnen im OP die Vorbereitungen für die ersten Eingriffe.

9.30 Uhr – OP 1

Dr. Martin Kessler während einer Operation.

Dr. Kesslers Tag beginnt im OP 1 mit einer Kieferresektion. Danach stehen noch die Amputation einer Gliedmaße aufgrund eines Osteosarkoms, die Resektion eines Fibrosarkoms bei einer Katze sowie eine Penisamputation beim Kater auf seinem Programm. Das Team aus über 40 Tiermedizinischen Fachangestellten - eingeteilt in die Gruppen Ambulanz, OP und Station - sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

10 Uhr - OP 2

Dr. Hans-Ulrich Kosfeld bei einer TPLO.

Im Nachbar-OP beschäftigt sich Dr. Kosfeld mit der arthroskopischen Beurteilung einer Bizepssehne, während sein nächster Patient, ein Rottweiler mit Kreuzbandriss, bereits für den nächsten Eingriff (eine Tibia Plateau Leveling Osteotomy, TPLO) vorbereitet wird.

11 Uhr - Endoskopie

Dr. Christiane Stengel führt die Zystoskopie bei Theo durch.

Dr. Stengel führt bei Mischling Theo eine Zytoskopie durch. Theo wird seit 4 Monaten von blutigem Urin geplagt. Die endoskopische Untersuchung wird auf Video aufgezeichnet und kann bei interessanten Befunden anschließend dem Besitzer präsentiert werden. 

11.25 Uhr - OP-Vorbereitung

Das OP-Helfer-Team bereitet den Patienten für die OP vor.

Aufregung im OP-Bereich. Gerade ist ein Schäferhund mit Verdacht auf Magendrehung eingeliefert worden. Sofort werden Braunülen, Infusionen und Magensonden bereit gelegt. Ein Röntgenbild bringt schnell Klarheit: Die klassische „Zipfelmütze“ bestätigt die Verdachtsdiagnose. Dem inzwischen kreislauflabilen Tier wird vom OP-Arzt ein venöser Zugang gelegt. Infusions- und Schocktherapie folgen. Innerhalb weniger Minuten beginnt das Team mit der Not-OP. Trotz perkutaner Entgasung ist es nicht möglich, eine Magensonde zu schieben.  

12 Uhr - CT-Raum

Dr. Michael Schmohl mit Emma im CT-Raum.

Die mit Paraparese eingelieferte Terrier-Hündin Emma liegt nach eingehender neurologischer Untersuchung im CT. Dr. Schmohl entdeckt rasch die Ursache für die Lähmungserscheinungen: Bandscheibenvorfall. In der „Mittagspause“ wird das Tier operiert.

12.55 Uhr - Wartezimmer

Blick ins Wartezimmer.

Eine Mutter mit Kind und Katzenkorb stürzt aufgelöst ins Wartezimmer. Sofort wird der Notarzt gerufen. Ein kurzer Blick auf die blaue Zunge und die schwere Atmung der Katze machen klar, dass es hier um Leben und Tod geht. Beim Abhören erleidet das Tier einen Atem- und kurz darauf einen Herzstillstand. Intubation, Beatmung, Atropin und Adrenalin holen Minka ins Leben zurück. Die Diagnose ist schnell gestellt: Minka hat einen hochgradigen Thoraxerguss. Unter minimaler Narkose punktiert Dr. Bessmann den Thorax und zieht 120ml klare Flüssigkeit ab, die direkt zur Analyse an das hauseigene Labor weitergeleitet wird. Der Herzbefund ist unauffällig, auf dem Röntgenbild sieht man nun einen Tumor im kranialen Mediastinum. Die Zelldiagnose ist eindeutig: malignes Lymphom.

14 Uhr - Aufenthaltsraum

Ärzte und Helfer treffen sich zu einer kurzen Mittagspause, bevor Rücküberweisungen geschrieben und Telefonate geführt werden.

15 Uhr - Behandlung 6

Punktgenaues Röngen mit dem speziellen dentalen Röntgengerät.

Ein Labrador mit hochgradigem Zahnstein soll von Frau Dr. Rupp die Zähne gesäubert bekommen. Bei der Untersuchung fallen noch zwei Zähne durch dunkle Verfärbungen auf, die mit dem dentalen Röntgengerät untersucht werden. Der Verdacht bestätigt sich: Bei einem der beiden ist eine Wurzel abgebrochen, er muss gezogen werden.

15.30 Uhr - Behandlung 5

Samson erhält über einen Venenzugang das antitumorös wirksame Medikament.

Samson ist zum wiederholten Mal aus Dänemark angereist - zur Chemotherapie Der Berner Sennenhund ist am malignen Lymphom erkrankt und muss etwa alle drei Wochen in Hofheim behandelt werden.

16 Uhr - Bestrahlung

Kristina Jores und Dr. Anke Schwietzer im Bestrahlungsraum.

Kater Max ist wieder da. Vor einer Woche war er wegen blutigem Nasenausfluss zur weiteren Diagnostik in die Klinik überwiesen worden. Im CT sah man eine deutliche Weichteilverschattung im Bereich der rechten Nasenhöhle. Die Gewebeprobe ergab ein Adenokarzinom der Nasenhöhle. Nun haben Frau Dr. Anke Schwietzer und Frau Kristina Jores einen Bestrahlungsprogramm erstellt. Heute hat Max die erste Bestrahlung vor sich. Die Tierärztinnen transportieren Max per Aufzug in Ebene 2 zum klinikeigenen Cobalt-Strahlentherapiegerät. Nach einer Stunde ist Max wieder wach und kann mit nach Hause gehen.

17 Uhr - Sono-Raum

Die junge Mischlingshündin Candy zeigt seit 2 Monaten deutliche Leistungsschwäche. Bei einem Kollegen wurde ein lautes Herzgeräusch festgestellt, der das Tier zum Kardiologen überwies. Nun liegt Candy seitlich auf einer bequemen Schaumstoffunterlage und beobachtet mit ihrem Herrchen den Bildschirm. Mittels Dopplertechnik gelingt es Dr. Bessmann einen  persistierenden Ductus Arteriosus Botalli nachzuweisen. Eine Woche später liegt Candy bei den Thoraxchirurgen auf dem OP-Tisch.

18 Uhr - Behandlung 2

Dr. Rupp untersucht den einjährigen Luca, der wegen Schmerzen und rezidivierendem Fieber vorgestellt wurde. Bei der neurologischen Untersuchung zeigt der Hund eine deutliche Dolenz in der Halswirbelsäule. Eine Liquorpunktion wird notwendig. Die Rückenmarksflüssigkeit zeigt einen hohen Eiweiß- und Zellgehalt. Lucas steroidresponsive Meningitis wird mit Cortison therapiert. Nach nur wenigen Tagen sind die Schmerzen verschwunden.

19 Uhr - Station

Gute Besserung! Dringend benötigte Medikamente bekommen Sie bei Abholung Ihres Tieres von uns mit nach Hause.

Letzte Runde durch die Station. Neu aufgenommene Patienten werden dem Nachtdienst übergeben. Man trifft hier auf viele „alte“ Bekannte und freut sich, dass Henry, die „Kieferresektion“ vom Vormittag schon wieder knurren kann. Auch der Schäferhund mit der Magendrehung ist auf dem Weg der Besserung. Emma, die „Wirbelsäule“, blickt gelangweilt aus ihrer Box. Die Besitzer von Minka haben sich gegen eine Chemotherapie entschieden. Die Katze wurde eingeschläfert.

19.50 Uhr - Wartezimmer

Nachtdienst. Der erste Patient muss durch die Tür getragen werden. Ein Golden Retriever mit blassen Schleimhäuten und dickem Bauch veranlasst den diensthabenden Arzt zu sofortigem Handeln. Eine Sonografie wird durchgeführt: Ein rupturierter Milztumor, der in die Bauchhöhle blutet, ist die Ursache für Luckys Probleme. 30 Minuten später erfolgt im OP der Bauchschnitt.

21 Uhr - Büro

Dr. Stefan Rupp an seinem Schreibtisch. Hier werden Rücküberweisungen geschrieben und Telefonate geführt.

Leise Musik mischt sich mit dem Klappern der PC-Tastaturen. Patientenkarteien und Rücküberweisungen an die Kollegen werden geschrieben. Einige besorgte Besitzer und überweisende Tierärzte werden telefonisch kontaktiert. 

21.30 Uhr - Wartezimmer

Vier neue Patienten im Wartezimmer. Ein Hund mit blutender Bissverletzung, ein apathisches Meerschweinchen, eine Katze, deren Verband sich gelöst hat sowie ein Hund mit Zecke. Nach kurzem Blick auf den Schweregrad der Bissverletzung wird die Helferin beauftragt, den nächsten OP vorzubereiten.

22 Uhr - OP

Versorgung der Bissverletzung.

23.30 Uhr - Aufenthaltsraum

Während Tierarzt und Helferin einen Moment der Ruhe und das aufgewärmte Mittagessen genießen, klingelt die Türglocke Sturm. Ein Boxer mit sehr schlechtem Allgemeinbefinden wird eingeliefert. Das Röntgenbild des Bauchraums zeigt hochgradig aufgegaste Darmschlingen. Der Sekundärdienst wird verständigt, das Tier für die OP vorbereitet. Schnell wird der Übeltäter gefasst. Der vor fünf Tagen verschwundene Socken entpuppt sich als Auslöser für den Darmverschluss. 

2 Uhr - Station

Die letzte Blutabnahme zur Kaliumbestimmung eines Hundes mit Morbus Addison steht an.

2.30 Uhr - Büro

Der nachtdienstleistende Arzt hofft auf etwas Ruhe und setzt sich an den Computer, um Berichte zu schreiben.

3.55 Uhr - Büro

Das Telefon klingelt...

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