Bestrahlungstherapie

Dr. Anke Schwietzer und Julia Großmann bei der Bestrahlung eines Tumorpatienten.

Bestrahlung ist eine wichtige Form der Tumortherapie, sowohl als primäre Therapie als auch in Verbindung mit Chirurgie. Bei zahlreichen Tumorarten, z.B. dem Fibrosarkom der Katze, ermöglicht sie eine entscheidende Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten und damit der Prognose betroffener Patienten.

 
Seit Januar 2003 verfügte die Tierärztliche Klinik für Kleintiere in Hofheim über eine eigene, ausschließlich für Tiere genutzte Megavoltage-Bestrahlungsanlage. Diese wurde 2016 durch einen hochmodernen Linearbeschleuniger ersetzt, der die Einsatzmöglichkeiten der Bestrahlungstherapie radikal erweitert. 

Der Einsatz der Bestrahlungstherapie, eingebunden in ein Gesamtkonzept aus Tumorchirurgie und Chemotherapie, ermöglicht es uns, völlig neue Möglichkeiten in der Tumortherapie bei Tieren umzusetzen. In unserem Beispiel: An einem großem Fibrosarkom erkrankte Katzen können oft nicht mehr ausreichend radikal operiert werden: Daher werden verbleibende mikroskopische Fibrosarkom - Reste nachbestrahlt.


Informationen zu unserem Strahlentherapiegerät

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Indikationsstellung
Je nach Tumor und Tumorstadium kommt es zur Anwendung der Bestrahlungstherapie als alleinige Therapie (primäre Strahlentherapie) oder aber in Kombinmation mit anderen Therapiemodalitäten (adjuvante Strahlentherapie). In unserem Beispiel: Ein nicht-operables Fibrosarkom der Katze kann primär bestrahlt, ein operables Fibrosarkom nachbestrahlt werden.

Bei Bestrahlung des Tumorbetts im Anschluß an eine chirurgische Tumorentfernung (so in unserem Fibrosarkom - Beispiel) sollte nach Abheilen der Operationswunde unverzüglich mit der Bestrahlung begonnen werden. Präoperative (neoadjuvante) Bestrahlungen werden durchgeführt, wenn eine chirurgische Exzision nicht möglich ist. Ziel ist hier, die Tumormasse zu verkleinern, damit nachfolgend eine Operation durchgeführt werden kann.
 
Man unterscheidet kurative Bestrahlungsprotokolle, die eine Heilung oder langfristige Kontrolle des Tumors zum Ziel haben, von palliativen Protokollen, die der Verlangsamung des Tumorwachstums und Verbesserung der Lebensqualität des Patienten dienen.
 
Zahlreiche Tumore können mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Ein Überblick über die wichtigsten Indikationen, die Therapieform und die zu erwartenden Ergebnisse erhalten Sie hier.

Tumoren der Maulhöhle

  • Acanthomatöse Epulis: Primäre Bestrahlung, kuratives Protokoll, i.d.R. Heilung
  • Plattenepithelkarzinom: Adjuvante Bestrahlung, Überlebenszeit nach inkompletter Resektion 9-15 Monate
  • Fibrosarkom: Adjuvante Bestrahlung Überlebenszeit nach inkompletter Resektion ca. 6 Monate
  • Orales Melanom:  Primäre pallative Bestrahlung, Rückgang des Tumors bei >50% der Patienten


Tumoren der Nasenhöhle:
Primäre Bestrahlung, Überlebenszeit Hund: 54% 1 Jahr; 43% 2 Jahre; 35% 3 Jahre; Überlebenszeit Katze: e44% - 67% 1 Jahr

Hauttumoren Hund

  • Mastzellentumoren: Adjuvante Bstrahlung von  Grad 1 und 2 Tumoren: 90% tumorfrei nach >2 Jahren
  • Fibrosarkom (Hund): Adjuvante Bestrahlung, tumorfrei 1 bis >2 Jahre
  • Diverse Karzinome und Sarkome: Adjuvante Bestrahlung, je nach Fall verschieden


Hauttumoren Katze

  • Fibrosarkom: Adjuvante Bestrahlung,  tumorfrei bis 2 Jahre
  • Plattenepithelkarzinom (Nasenspiegel): Primäre Bestrahlung, je nach Fall verschieden, häufig kurativ
  • Diverse Karzinome: Adjuvante Bestrahlung, je nach Fall verschieden


Gehirntumoren:
 Primäre Bestrahlung Hund: Überlebenszeiten: bis >2 Jahre

Osteosarkome
(Hund):  Primärepalliative Bestrahlung (Schmerzbestrahlung), Überlebenszeit 4-9 Monate


Durchführung der Strahlentherapie

Die Gesamtdosis der Bestrahlungstherapie wird in mehrere Einzeldosen unterteilt, was als "Fraktionierung" bezeichnet wird. Je nach Tumor und Therapieplan werden bei kurativen Protokollen zwischen 15 und 19 Fraktionen (Bestrahlung 3-5 x wöchentlich, so beispielsweise beim Fibrosarkom der Katze), bei palliativen 4-6 Fraktionen (meistens in wöchentlichem Abstand) appliziert. Die Behandlungen erfolgen in einer kurzen, oberflächlichen Gasnarkose. Da die einzelne Bestrahlungsfraktion nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, wird sie nach Möglichkeit ambulant durchgeführt, ein stationärer Aufenthalt für Patienten mit weitem Anfahrtsweg ist jedoch möglich.


Schmerzbestrahlung
Bereits seit langem ist bekannt, dass eine Bestrahlung chronisch schmerzhafter Skeletterkrankungen bereits beim Einsatz geringer Strahlendosen zur weitgehenden Schmerzbefreiung führt, wobei der Wirkungsmechanismus noch nicht gänzlich geklärt ist. Es reichen erfahrungsgemäß 2-3 Behandlungen aus, um selbst hochgradige Arthroseschmerzen zu lindern oder zu beseitigen. Die Bestrahlung von Arthrosepatienten erfolgt nach Untersuchung und in enger Zusammenarbeit mit unseren Orthopäden, die nach genauer Untersuchung die Diagnose verifizieren und die zu bestrahlenden Gelenke festlegen.
 
Es können gleichzeitig mehrere Gelenke bestrahlt werden. Der schmerzstillende Effekt hält für ca. 6-9 Monate an und die Behandlung kann ggf. wiederholt werden. Schmerzmedikamente sind in dieser Zeit nicht erforderlich oder können reduziert werden.
 
An die erfolgreiche Schmerztherapie kann sich eine Physiotherapie anschließen, die der Beseitigung der Folgen der Fehlbelastung dient (Muskelatrophie, Verspannungen, Fehlstellungen, etc.)

Sprechzeiten

Termine in unseren Sprechzeiten zwischen 8 und 18 Uhr vereinbaren Sie bitte unter Telefon 06192/290-290

24h Notfallbereitschaft

Sie erreichen uns in dringenden medizinischen Notfällen rund um die Uhr unter der Telefonnummer 06192/290-290

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