Digitales Röntgen in der Tierklinik Hofheim

Zwei Tiermedizinische Fachangestellte bei der Anfertigung einer Röntgenaufnahme.

Das Röntgen spielt in der Diagnostik von Herzerkrankungen eine wichtige Rolle und ergänzt die Echokardiographie und Elektrokardiographie (EKG) entscheidend.
Seit März 2005 besitzt die Tierklinik Hofheim eine neue digitale Röntgenanlage, die im täglichen Einsatz entscheidende Vorteile bringt. Im Vergleich zur „herkömmlichen“ Röntgentechnik entfällt beim digitalen Röntgen die chemische Entwicklung eines Röntgenfilmes, da die Bilddaten über einen im Röntgentisch installierten Bildwandler digital erstellt und abgespeichert werden. Da die lästige Entwicklungszeit des Röntgenfilmes wegfällt, verkürzt dies die Untersuchungszeit und damit den Stress für den Patienten. Zudem ist die Strahlen- belastung für den Patienten bei dieser Technik bis zu 30 Prozent geringer.

Nach der Aufnahme erscheint das fertige Röntgenbild innerhalb von Sekunden auf dem Befundungsmonitor, und die Digitaltechnik erlaubt im Gegensatz zur konventionellen Röntgenfolie eine nachträgliche Bearbeitung der Bilder, wie im folgenden Beispiel illustriert:

Röntgenbilder des Thorax (l/l) einer Katze
Röntgenbilder des Thorax (l/l) einer Katze.

Durch stufenlose Nachbearbeitung von Kontrast, Helligkeit und Gradation der Bilder, können dunklere und hellere Bereiche in der Aufnahme ausgeglichen oder Veränderungen besser sichtbar gemacht werden,
ohne neue Aufnahmen anfertigen zu müssen. Dem Patienten werden somit weiterer Stress und Strahlenbelastungen erspart.

Das digitale Format ermöglicht eine einfachere Archivierung und eine schnellere Verfügbarkeit der Bilder. Alle Bilddaten werden direkt in der Patientenkartei gespeichert und können in jedem Behandlungsraum am Computermonitor abgerufen werden; ein Gang ins Archiv entfällt. Digital archivierte Bilder lassen sich mit der modernen Kommunikationstechnik abspeichern, auf CD brennen oder per e-mail verschicken. Damit alle wichtigen Dokumente chronologisch, vollständig und jederzeit abrufbar vorhanden sind, haben wir auch die Möglichkeit, wichtige konventionelle „alte“ Röntgenbilder nachträglich zu digitalisieren und unter der Akte des Patienten abzuspeichern.

 
Röntgendiagnostik beim herzkranken Patienten
 
Warum benötigen wir eine Röntgenuntersuchung bei Herzerkrankungen?
Das Röntgen spielt bei der Diagnostik von Herzerkrankungen eine wichtige Rolle und ergänzt die Echokardiographie und Elektrokardiographie (EKG) in der Gesamtbeurteilung des Patienten.
Mittels Röntgen sind die Auswirkungen einer Herzerkrankung, wie z.B. der Grad der Stauungserscheinungen (Stauung der Lungenvenen, Lungenödem, Thoraxerguß) sichtbar zu machen.
Zum anderen können differentialdiagnostisch wichtige Hinweise auf nicht kardial bedingte Erkrankungen des Atemapparates durch Beurteilung des Lungenfelds, der Pleural- und Mediastinalräume gewonnen werden.
 
Was wird bei Herzpatienten geröntgt?
Grundsätzlich sollte ein Tier bei kardiologischen Fragestellungen immer in zwei Ebenen geröntgt werden.
Wir bevorzugen den linksanliegenden lateralen (l/l) und dorsoventralen (d/v) Strahlengang. Dabei wird der Brustkorb des Tieres seitlich (l/l) und in Brustlage (d/v) abgebildet. Eine Narkose ist hierfür üblicherweise nicht erforderlich.

Deutscher Schäferhund mit einer Aortenstenose (Thorax l/l)
Deutscher Schäferhung mit einer Aortenstenose. Thorax l/l.
Thorax d/v
Thorax d/v.

Wozu dient ein Röntgenbild des Thorax?

1. Beurteilung der Größe und der Form des Herzens 

Thorax Katze l/l; normale Herzgröße
Thorax Katze l/l, normale Herzgröße.
Katze mit einer Herzmuskelerkrankung (Verdickung des Herzmuskels, hypertrophe Kardiomyopathie, HCM); Thorax l/l: Generalisierte Kardiomegalie, kraniale Herzkontur nicht abgrenzbar, Lungenödem im kaudalen Lungenfeld
Katze mit einer Herzmuskelerkrankung (Verdickung des Herzmuskels, hypertrophe Kardiomyopathie, HCM), Thorax l/l: Generalisierte Kardiomegalie, Kraniale Herzkontur nicht abgrenzbar, Lungenödem im kaudalen Lungenfeld.

2. Beurteilung der Gefäße
a. Pulmonalarterien
b. Pulmonalvenen
c. Aorta
d. Vena cava caudalis

Katze mit Herzbeutelerguss (Perikarderguss); Thorax l/l: Generalisierte Herzvergrößerung (Kardiomegalie), gestaute Vena Cava caudalis
Katze mit Herzbeutelerguss (Perikarderguss), Thorax l/l: Generalisierte Herzvergrößerung (Kardiomegalie), gestaute Vena Cava caudalis.

3. Beurteilung des Lungenfeldes
a. Lungenödem
b. Thoraxerguss
c. Primäre Lungenveränderungen (Pneumonie, Metastasen)

Thorax l/l: Generalisiertes, gemischt interstitiell, alveoläres Lungenödem
Thorax l/l: Generalisiertes, gemischt interstitiell, alveoläres Lungenödem.
Thorax l/l: Herzvergrößerung (Kardiomegalie), Thoraxerguss (deutliche Fissurlinie zwischen den einzelnen Lungenlappen)
Thorax l/l: Herzvergrößerung (Kardiomegalie), Thoraxerguss (deutliche Fissurlinie zwischen den einzelnen Lungenlappen).

4. Therapiekontrolle bei Stauungserscheinungen infolge Herzinsuffizienz

Thorax Katze l/l: Oben: Eingangsbefund: Massiver Thoraxerguss, Herzkontur nicht mehr zu erkennen. Mitte: Kontrollröntgen nach 12 Stunden stationärer Entwässerung: Deutlicher Rückgang des Thoraxergusses. Unten: Kontrollröntgen nach 24 Stunden stationärer Entwässerung: Generalisierte Kardiomegalie, kein Thoraxerguss mehr
Thorax Katze l/l: Oben: Eingangsbefund: Massiver Thoraxerguss, Herzkontur nicht mehr zu erkennen. Mitte: Kontrollröntgen nach 12 Stunden stationärer Entwässerung: Deutlicher Rückgang des Thoraxergusses. Unten: Kontrollröntgen nach 24 Stunden stationärer Entwässerung: Generalisierte Kardiomegalie, kein Thoraxerguss mehr.

Zusammenfassung: Röntgen bei Herzerkrankungen?
Die Röntgenuntersuchung gibt wichtige Informationen ergänzend zur Echokardio- und Elektrokardiographie. Radiologisch sind nur deutliche Herzvergrößerungen sichtbar. Die Standardprojektion sollte deshalb immer in zwei Ebenen angefertigt werden. Die Folgen des Herzversagens sind röntgenologisch sehr gut darstellbar. Man erhält einen Hinweis auf den Grad der Stauungsherzinsuffizienz (kongestiven Herzinsuffizienz). Daneben dienen Röntgenaufnahmen zur Erfolgskontrolle des Therapieverlaufs. Allerdings schließt ein radiologisch unauffälliges Herz keinesfalls eine Herzerkrankung aus und es sind röntgenologisch nur bedingt Rückschlüsse auf die Form oder Ursache einer Herzerkrankung möglich. Die Diagnose des genauen Typus einer Herzerkrankung und damit die Grundlage jeglicher Therapie ist nur mittels Sonographie sicher zu stellen.

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